Blog vs. Website
Vielen Dank und einen Gruß an meine Leserin Bärbel, die im vorigen Eintrag meine erste Inspiration und damit diesen Blogeintrag lieferte :)
Die Frage dreht sich um den großen Vergleich zwischen einem Blog und einer richtigen eigenen Website. Was ist wann ratsam und für welchen Zweck geeignet?
Ich werde das Thema der zeitlichen Reihenfolge nach aufbauen: Zu Beginn der großen Einführung des Internets in die Haushalte weltweit gab es nur einige wenige ambitionierte, privat hochgezogene Websites, die in dem Stil eines Blogs geführt wurden. Diese waren in erster Linie einem deutlichen Themenschwerpunkt gewidmet, und die, die längere Zeit überlebten, wurden so erfolgreich, dass ihre Betreiber von der Seite leben können. Als Beispiele fallen mir hier Aint It Cool News und MacRumors ein, beide haben einen Schwerpunkt wie Filme respektive Apple-Computer und haben sich im Lauf vieler Jahre etablieren können.
Mit diesem kleinen Rückblick sind wir auch schon beim ersten Vergleich angekommen: Ein eigenes Blog ist inzwischen dank verschiedener Services, die sich auf die Bereitstellung spezialisiert haben, keine Besonderheit mehr. Kein Wunder, dass es nun voll im Trend liegt, sein Geschreibsel der Welt zumuten zu wollen (‘tschuldigung) wenn schon die Hürden so niedrig liegen. Der Betrieb einer eigenen kleinen Website ist durch Hosting, Gestaltung und Programmierung von Details bei komplexeren Seiten deutlich aufwendiger und kostet entsprechend Zeit und Geld.
Hier ist ein vorgefertigtes Blog-Design, festgelegtes Layout und diverse „Widgets“ durchaus von Vorteil – schnell ist ein WordPress-Blog erstellt und der erste Eintrag geschrieben. Doch halt – wo ist der Nachteil? Der damit verbundene Nachteil liegt auf der Hand: Jeder Depp und seine Mutter (‘tschuldigung) kann so ein Blog aufmachen und wenn man sich nicht besonders clever anstellt, gleichen sich diese tausenden von Blogs auch noch wie ein Ei dem anderen.
Logisch, eine eigene Website bietet hier unendlichen Gestaltungsraum, durch den man sich von der Masse abheben kann. Aber wenn man sich nicht mit solchen Dingen herumschlagen will, was kann man NOCH tun, um ein Blog herausstechen zu lassen?
Die Antwort liegt auf der Hand: Inhalt. Nur mit regelmäßigen interessanten Inhalten kann man die Leser an genau DIESES EINE Blog fesseln (und genau deswegen stinkt meines derzeit so ab, *schnief*). Je sauberer der Text recherchiert ist, je schöner er geschrieben ist und je wertvoller die Inhalte sind, die der Leser daraus gewinnen kann, desto attraktiver wird auch die Seite und wird öfter angesteuert. Ein simpler Zusammenhang, der leider (auch von mir ._. ) oft verkannt wird.
Was ist nun mit der eigenen Website? Ist dort der Inhalt nicht so wichtig? Nicht doch. „Content is king“, heißt es nicht selten, und das lernt man schon wenn man sich ein wenig auf Twitter herumdrückt. Aber der zweite Aspekt ist viel interessanter: Es ist wichtig zu wissen, was an welcher Stelle publiziert wird.
Hier sind Website und Blog zwei völlig verschiedene paar Stiefel. Im Blog kann man relativ einfach kurze Zusammenhänge und Infos verfassen, die nicht gerade in 140 Zeichen hineinpassen (*hust*) und zugleich eine tagesaktuelle Natur haben, wie z.B. Nachrichten oder Filmkritiken usw. Denn im Blog steht das Neueste immer oben.
Auf einer Website dagegen ist das nicht so strikt festgelegt, weshalb man hier nicht nach Zeit sondern nach Thema bzw. Inhalt präsentieren kann. In einer Fotogalerie z.B. kann man interessante Bilder unterbringen, welche mit der Zeit immer noch an der gleichen Stelle in der Galerie stehen können, gleiches gilt insbesondere für die Promotion von irgendwelchen Dingen. Wenn ich es wirklich mal irgendwann schaffe, mein erstes Buch fertig zu schreiben, werde ich sicherlich nicht einfach nur einen Blogartikel darüber verfassen. Nein, so ein Machwerk (hihihi) verdient seinen eigenen Abschnitt auf meiner Website, damit zur Veröffentlichung und noch lange danach Menschen auf das Buch stoßen können.
So, kommen wir zum Ende ;-) Wie man deutlich sehen kann, haben beide Formen von Internetauftritten ihre Daseinsberechtigung. Man muss nur ihre Besonderheiten beachten, die ich hier ein wenig ausgeführt habe, damit man die richtige Form für den geplanten Inhalt wählt.
Wie stehe ich dazu?
Mein Blog wird nun (hoffentlich) wieder häufiger gefüttert – wenn ich öfter so interessanten Input bekomme wie von Bärbel heute, steht dem wohl kaum was im Wege. Meine Homepage wartet noch auf die große Design-Erleuchtung, aber immerhin steht dort schon mal was.
Wie steht ihr zu Twitter, Blogs und Websites? Welche Publikationsform ist euer Favorit? Sagt es mir im Kommentarbereich! :)
Ich schreibe zu selten?
Es ist schrecklich, ich weiß. Heute schaute ich mal wieder sehnsüchtig mein Blog an und wurde mir (mal wieder) dessen bewusst, dass ich offenbar viel zu irregulär schreibe und das Blog wohl seltener anschaue als die wenigen Besucher, die es hat.
Wisst ihr was, ich will die Kurve kriegen!
Meine Themen sind unendlich breit gefächert, daher ziehe ich nicht eine bestimmte Zielgruppe an, aber ich lasse mich gerne darauf ein: Schlagt mir ein beliebiges Thema vor, und ich werde was sinnvolles dazu beisteuern ;)
Sollte niemand dies hier lesen, und das halte ich für nicht ausgeschlossen, so werde ich beginnen, Gedanken aus meinen Notizbüchern aufzuschreiben. Vielleicht finden diese Dinge dann ihr Publikum? Wer weiß…
Sanierung der Mainzer Altstadt: Nicht transparent!
Über viele Jahre wurde in der Mainzer Altstadt kräftig saniert. Natürlich fielen dabei Kosten an, doch offenbar entschied sich die Stadt dafür, sämtliche Vorgänge dazu möglichst lange im Dunkeln zu halten – bis zu dem Moment, an dem die Rechnung präsentiert werden sollte.
Der SWR hat in der Landesschau einen schönen Bericht dazu erstellt.
Schauen wir uns die Fakten aus dem Bericht mal an:
- Grundstückswert durch Sanierung gestiegen
- Sanierung war 40 Jahre (!?!?) im Gange
- Stadt hat zu Weihnachten 2011 keinen Anspruch mehr auf Geld der Anwohner
- Sanierung war 2007 abgeschlossen, der Beitrag der Anwohner war zu dem Zeitpunkt schon fällig
- Günther Ingenthron vom Stadtplanungsamt Mainz spricht von „Bürgerfreundlichkeit“ (!) als Grund, die Rechnungen so lange zurück zu halten
- Gesamtsumme des Anwohneranteils: 6 Mio. Euro
- Gesetz schreibt vor, dass die Anwohner sich beteiligen müssen
- Gutachten zur Sache scheint es wert zu sein, angezweifelt zu werden
Was hier deutlich auffällt, sind die Versäumnisse der Stadt Mainz. Wieso wurden die Anwohner nicht bei Bekanntwerdung der Kosten erstens im Laufe der Sanierung und zweitens bei Abschluss der Sanierung anno 2007 informiert? Wieso fällt das der Stadt erst kurz vor Schluss ein? Und wieso redet man sich dann sogar noch heraus, es wäre seitens der Bürger wünschenswert (man habe den Bürger „verschont“ mit den Details) nicht über diese Sache Bescheid zu wissen – OBWOHL durch ein Gesetz vorgeschrieben ist, dass die Anwohner ohnehin zahlen müssen?
Wenn das die allgemeine Einstellung ist, dann will ich aber GANZ SCHNELL wissen, wovon ich als Bürger NOCH verschont wurde – bevor schon wieder aus heiterem Himmel eine Rechnung unbekannten Ausmaßes herein flattert.
Im Idealfall wäre eigentlich folgendes passiert: Die Stadt informiert die betroffenen Bürger 1. vor (Ausschreibungen), 2. während (Änderung der Summen bei der Maßnahme), und 3. nach der Sanierung (in diesem Fall 2007) über alle sprichwörtlich ins Haus stehende Kosten und gewährt ein Zahlungsziel bis kurz vor Ende der Einforderungsfrist (die in diesem Fall also Weihnachten 2011 ist).
Auf diese Weise hätte jeder langfristig mit seinem Geld haushalten können. Statt dessen hat man nun jede Menge verärgerter Bürger, die sich fragen, woher sie in kürzester Zeit zigtausende Euro hernehmen sollen. Insolvenzen, Betriebsaufgaben und dadurch entstehender Wertverlust der Altstadt gereichen nun jedem Beteiligten zum Nachteil, auch der Stadt Mainz.
Liebe Stadt Mainz: Transparenz geht anders. Piraten gefällig?
Die gierige Medienindustrie
Gewinnmaximierung um jeden Preis, Geld scheffeln wo es nur geht – mit den möglichst aberwitzigen Argumenten. Ja, die Medienindustrie hat wirklich in Sachen kreativer Umsetzung ihrer Geldgier einen Sonderpreis verdient.
Aktuell wurden diese kreativen Ergüsse auf der Medienwoche breitgetreten, in einer Form, die an Peinlichkeit kaum zu überbieten gewesen wäre. Insbesondere das Fukushima-Zitat von Arndt ist extrem geschmacklos und dokumentiert die radikale Einstellung, die die Verantwortlichen gegenüber Content, Urheberrecht und Konsumenten pflegen. Frei nach dem Motto „Rechte? Pah! ZAHLT, Schafe, zahlt! Immer und immer wieder!“
Heuchlerisch ist allerdings das Zitat, „Good Bye, Lenin!“ habe 3 Mio. Euro „Verlust“ durch Kopien/Streaming/Illegale Beschaffung erwirtschaftet. Der Film war einer der erfolgreichsten neueren deutschen Filmproduktionen, alles andere als ein Verlustgeschäft. Sicherlich, wie es nicht selten der Fall ist, wurde hier buchhalterisch gerechnet: Der Film wurde x-tausend Mal heruntergeladen oder auf kino.to angeschaut, also haben wir so uns so viele Einnahmen „verloren“.
Liebe Industrie, wann geht euch das in den Kopf: Nein! Nur weil jemand sich eure Werke kostenlos anschaut, heißt es noch lange nicht, dass er auch dafür bezahlt hätte! Die Leute tun das einfach, weil sie es KÖNNEN, weil es einen Bedarf (hört hört, Markt-sprech!) an kostenlosen Inhalten gibt, der von der Industrie schändlicher Weise nicht gedeckt wird und deswegen das Feld von Portalen wie kino.to aufgegriffen wurde. Diese machten dann allerhand viel Geld, mit Inhalten, die nicht lizensiert oder sonst wie genehmigt waren – und das nur mit Werbung, und kein Zuschauer hatte einen Cent gezahlt!
Die Industrie hätte schon längst diesen Bedarf mit einem eigenen, legalen, werbefinanzierten Streaming-Portal decken können. Man stelle sich nur vor, kino.to hätte nicht vom BKA sondern vom Kunden offline genommen werden können, weil das legale Angebot ebenfalls kostenlos wäre UND sogar eine bessere Qualität geboten hätte! Ehrlicher Wettbewerb, man stelle es sich vor!
Äh…nein.
Wozu ehrlicher Wettbewerb, wozu sich anstrengen, wenn man…
- …Mondpreise für digitale Inhalte (zB. Filme auf iTunes) verlangen kann
- …Kunden kriminalisieren und abmahnen kann (lukrativer als zahlende Kunden!)
- …dank „Urheberrechtsabgabe“, welche durch Lobbyismus eingerichtet wurde, Geld dafür bekommt, wenn ein anderer etwas verkauft
- …an allen Ecken und Enden Kopierschutz, DRM, CI+ usw. anbringen kann, damit ja niemand mehr entkommt
- …durch ständig wechselnde Formate (LP, CD, VHS, DVD, BD…) das gleiche Werk mehrfach abkassieren kann
- …Remakes und Reboots von eigenen Werken erstellen kann, statt etwas neues zu erfinden, die wiederum obige Kette durchlaufen
- …durch Netzsperren, Inhaltsfilter u.a. technische Maßnahmen
KundenSchafe zum Gehorsam erziehen und als Nebeneffekt für dieRegierungenWeltregierung noch Überwachungsinstanzen aufbauen kann
Diese Liste ist nahezu endlos.
Genau aus diesem Grund muss man sich als mündiger Bürger und Kunde, so lange man das noch ist, wehren und dieser Unterdrückung durch „Maximalprofit mit möglichst wenig Aufwand“ widerstehen.
Deswegen stimme ich ab – mit meinem Geldbeutel und bei jeder politischen Wahl, die sich mir bietet.
Von der Leyen und die Vereinigten Staaten von Europa
Heute wissen die Medien wie der Spiegel und FAZ zu berichten, dass Frau Ursula von der Leyen als Ziel ihres politischen Schaffens die „Vereinigten Staaten von Europa“ anvisiert hat. Mit dieser Vorgabe überrascht sie vermutlich nur wenige Menschen, die politische Vorgänge beobachten. Dass aber so unverblümt zugegeben wird, die Vision von Kohl und Co. umsetzen zu wollen, ist neu und bedenklich.
Was primitiv betrachtet wie eine tolle Idee wirkt, mit Einigkeit und Freiheit und so weiter ganz Europa unter ein Dach zu bringen, ist ein gefährliches Unterfangen in Bezug auf die Demokratie.
Bereits jetzt ist das EU-Parlament so mächtig geworden, dass nicht nur die Währung uns vorgeschrieben wird, sondern auch unzählige andere Dinge, die bei weitem nicht nur harmlose Aspekte wie den Krümmungsgrad einer Banane beinhalten. Die wachsende Macht in Brüssel über die Mitgliedsstaaten unterliegt dabei nur indirekter demokratischer Kontrolle, ich würde sie gerne Lobbykratie nennen, ein gewisser Ernst Strasser würde mir gewiss beipflichten.
Ein derart großes Parlament kann nur mit Parteien gefüllt werden, die am besten gleich in mehreren Staaten einen guten Stand und hohe Bekanntheit haben. Wohin dies führt, haben uns die USA mit ihrem 2-Parteien-System ja schon gezeigt. Deutschland ist da auch nicht viel besser, und genau dies wird sich dann in der EU fortsetzen. Abwechselnd sind zwei zur Verfügung stehende große Parteien an der Macht, die in der Opposition sagt die Wahrheit, und wenn sie dann wieder an der Macht ist, macht sie nichts anders als der Vorgänger. Welcome change.
Nicht zu vergessen: Die aktuell diskutierten „Euro-Bonds“ sind nichts als ein weiterer Schritt in Richtung VSE. Mit ihnen würde, oder wird, Deutschland sein Haushaltsrecht an die EU abtreten, mit anderen Worten, die EU bestimmt dann, was Deutschland mit seinem Geld macht. Hier muss ich Frau Merkel zu Gute halten, dass sie sich dagegen wehrt, oder zumindest wehrte, doch gibt es viel zu viele Interessenten am deutschen Geld, weshalb auch das höchste Amt nur so lange ausreicht, Widerstand zu leisten.
Was kann man gegen den Abtritt von Hoheitsbefugnissen an die EU denn als deutscher Bürger machen? Wählen gehen! Wenn die großen Pro-Europa-Parteien wie CDU, SPD und die Grünen (!) keine Stimmen erhalten, können sie auch nicht über uns und erst recht nicht über unsere Köpfe hinweg entscheiden. Ganz wichtig: Wählt keine Nationalisten! Die Lügen und Versprechen dieser Parteien sind seit 80 Jahren die gleichen, fallt bitte bitte nicht drauf rein. Wer bleibt? Ich muss zugeben, ich kenne nur wenige Parteien, denen Demokratie noch am Herzen liegt und der Bürger im Mittelpunkt steht. Eine davon ist ganz sicher die Piratenpartei, und aktuell stehen sie in Berlin kurz vor dem Durchbruch der Fünf-Prozent-Hürde – ein Zeichen der Zeit, kann man sagen!
Abschließend muss also gesagt werden: Wenn man Deutschland als souveränen Staat mit einer Chance auf echte Demokratie erhalten will, geht man wählen!
Nur wer wählen geht, ist auch eines demokratischen Staates würdig – wer seiner Stimme nicht Gehör verschafft, endet als Sklave in einer Diktatur oder Schein-Demokratie.
Mit dem System gegen das System
Wenn man sich einem System unterordnet, das die eigene persönliche Entfaltung behindert, untergräbt oder gar komplett blockiert, besteht nur geringe Hoffnung, auch gerade dieses System kompromittieren zu können.
Meine Einstellung zu diesem Thema ist schon seit vielen Jahren klar, aber dies ist nun mal Deutschland, ein Land, in dem ein von Behörden unterzeichneter Wisch mehr wert ist als der gesunde Menschenverstand. Leider.
Daher werde ich nun versuchen, auf der Grenze zu wandeln – das Ziel muss sein, das System zu nutzen, um es am Ende revolutionieren zu können. Zu diesem Zweck darf ich mich auf keinen Fall unterordnen, also muss eine reine Selbstständigkeit gegeben sein. Nicht einfach in diesen Zeiten.
Das Ziel ist eine Revolutionierung – eine Bereicherung eines zerrütteten Systems, das leider durch viele Faktoren, in erster Linie das Fehlverhalten des Menschen, immer weiter pervertiert wurde.
Es gibt viel zu tun, los geht’s.. ;-)
Keine Lust mehr auf Kino
Liebe Profiteure, Gewinnmaximierer und Geldhaie der Content-Industrie!
Ich habe schlicht und ergreifend keine Lust mehr, euch weiterhin eure gierigen Mäuler mit meinen hart verdienten Münzen zu stopfen, weswegen ich nun konsequent sein werde – ich zahle nicht mehr. Ja, ich gehe lieber ins Kino, kaufe dort Popcorn um es zu unterstützen, und schaue einen Film zu Hause, den ich irgendwo gratis im TV aufgezeichnet habe – der Privatkopie sei Dank, und zum Glück bin ich auch nicht so dumm, auf euer „HD+“ reinzufallen, mit dem man nicht mehr in der Lage wäre, Sendungen aufzuzeichnen oder gar Werbung zu überspringen.
Nein, ihr bekommt von mir keine drei Euro Aufschlag, den ihr euch für die lumpige, fehlerhafte 3D-Darstellung bezahlen lasst. Nein, ich werde mich auch nicht mehr geißeln lassen mit Sonderbedingungen, die ihr euren gewinnversprechendsten Filmen anhaftet, wie „Keine Reservierung, sondern nur Kauf möglich“ oder „Keine Gutscheine für diesen Film einlösbar“ und weitere Spielchen. Aus dem namhaften Franchise muss natürlich jeder noch so kleine Cent rausgequetscht werden, und in der Hinsicht seid ihr ja verdammt kreativ. Nein, ich schaue mir nicht einen verlängerten Trailer zum Horrorpreis im Kino an, nur um dann 6 Monate später die Superspecialextended-Edition ULTRA PLUS im Blu-ray Regal wieder zu finden.
Ach, apropos Blu-ray: Als ich neulich hörte, dass die GEMA für eine verkaufte Blu-ray allen Ernstes über drei Euro einstreicht, entschied ich mich auch hier zum Umdenken. Wieso sollte ich so einen Verein unterstützen, der seinen insbesondere kleinen Künstlern nur marginal hilft, ihnen aber dafür die Rechte an ihren eigenen Werken einschränkt? Nene, dann schau ich mir wirklich nur noch Filme im freien TV an, und suche Musik auf Jamendo und anderen CC-Plattformen.
Natürlich ist die Verbrecherindustrie auch hinter diesen freien Inseln her: Würde mich nicht wundern, wenn Internetsperren die Zugänge zu kostenlosen Alternativen unter dem Deckmantel eines immer weiter gefassten Urheberrechts unterdrückten, und die öffentlich-rechtlichen Sender bekommen auch immer mehr Druck von privater Seite, nicht wahr, Frau Piel von der ARD?
Ist schon klar, man versucht, einfach alle Konsumschafe so lange zu gängeln, bis sie keine Alternativen mehr kennen und jeden Preis bezahlen für den letzten Müll, der auf den Markt geworfen wird. Bereits jetzt ist es nicht mehr Qualität, auf die es ankommt, um erfolgreich zu sein, sondern wer das Marketing und den Vertrieb übernimmt. Ein abgekartetes Spiel.
In diesem Sinne: Liebe Leser, lasst euch nicht auf dieses Spielchen ein, und informiert euch, wo man teils sogar bessere Leistungen zum besseren Preis oder gar kostenlos findet!
Neues vom Billig-Wahn
Jaja, das Geld ist ja so schrecklich knapp – sagen zumindest die meisten und stürzen sich im Supermarkt auf die billigsten Angebote, die sie finden können. Doch im Endeffekt legt man am Ende sogar drauf, wenn man nicht genauer hinschaut. Preise sollten nicht nur einfach verglichen werden, sondern auch komplex – in dem Sinne, dass man Mengen, Inhaltsstoffe usw. genau anschauen sollte, um nicht auf einen Trick reinzufallen.
Leider werden diese Tricks immer perfider und dank erfolgreichem Lobbyismus, Pardon, ich benutze besser den alten Ausdruck: Korruption, konnten auch die Einheitsmengen verschwinden. Jetzt haben wir Kekse mit 362 Gramm in der Packung und eine andere Packung mit 222 Gramm. Yeah, dem Verbraucherschutz sei Dank, dass wir immerhin noch den Einheitspreis haben, doch der steht auch nicht auf allen Schildern, gemeiner Weise…
Neulich fand ich wieder ein perfektes Beispiel für einen hinterhältigen Trick, wie der Hersteller Geld spart und sogar eine verkappte Preiserhöhung durchdrückt. Ich fand allen Ernstes „Multivitaminsaft LIGHT“. Jawohl, light. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, da ein normaler Multivitaminsaft schließlich KEINEN zusätzlichen Zucker enthält oder zumindest enthalten sollte. Was ist daran nun also „Light“??
Genauer hingeschaut fallen folgende Änderungen auf:
- 69 Cent statt 89 Cent – also günstiger, könnte man meinen!
- 50 % Fruchtsaft statt 100 % Fruchtsaft (AHA!!)
- Enthält jetzt Süßstoffe (sicherlich um den durch Wasser gestreckten Fruchtsaft die alte Süße zu geben)
- Und extra noch mal Vitamine hinzugekippt…
Ich bin schwärzer als ihr
In gewisser Weise, auch wenn man es mir nicht explizit sofort ansieht, gehöre ich zur sogenannten „schwarzen Szene“ – was aber eigentlich schon wieder zu weit geht. Ich halte mich eher für einen Sympathisanten, und das zu Recht, denn die Ideale, die ursprünglich in dieser Subkultur gepflegt werden und wurden sind Toleranz und das Bekenntnis zu einem ehrlichen, friedvollen, harmonischen und ehrvollen Dasein mit dem nötigen Respekt vor allem und jedem. Nicht zu vergessen ist die dabei entstandene Musik absolut hörenswert!
Aber zurück zum eigentlichen Thema. Neulich war ich auf einer passenden Musikveranstaltung, und ich muss leider sagen, dass sich im Laufe der Jahre das Bild schon stark gewandelt hat. Die „Vermainstreamung“ (ja, schlagt mich für das Wort) der Kultur durch die Äste „Emo“ und „Scene“ sowie die Kommerzialisierung durch richtige Ketten wie Hot Topic, XtraX usw. haben das Publikum mit verändert. Versteht mich nicht falsch, frisches Blut ist vor allem bei den Vampiren unter uns immer willkommen ;) aber was genau geschah, ist nicht so angenehm.
Was transportiert wurde, war der Stil, die Klamotten, das Äußerliche. Dazu kam dann noch eine Prise Loveparade für die neue Trendrichtung „Cyber Gothic“, was wie eine Kreuzung aus Techno und Gruft wirkt, und schwupp kommen immer mehr Leute auf den Trichter, Shirts anzuziehen mit Aufdrucken wie „My Style Is Dark Style“.
Kapiert haben diese Menschen aber leider nichts. Es gehört viel mehr dazu, als nur sich dunkel anzuziehen, aber das scheinen die wenigsten zu verstehen. Geht mal in euch und überlegt, ob ihr wirklich zum Feiern diese Klamotten anzieht, oder weil ihr euch damit identifiziert und euch auch wirklich Gedanken darüber gemacht habt.
Das Publikum war leider durchwachsen auf diesem Event. Es waren etliche noch von der alten Schule dabei, aber auch leider sehr viele „Kinder“, die einfach nur die Klamotten cool finden. Ein wenig traurig ist das schon.
Filmbericht: Hanna
Frisch aus dem Kino zurückgekehrt kann ich meinen lieben Lesern nun von dem neuen Thriller „Wer ist Hanna?“ (Original „Hanna„) berichten.
Ich wurde ursprünglich auf diesen kleinen Film aufmerksam durch eine Meldung, die durchs Netz geisterte: Die Chemical Brothers machen nach Daft Punk nun auch einen Soundtrack für einen Film. Natürlich hörte ich mal rein, und war recht angetan – klang genau so, wie man es von den Chemical Brothers erwarten würde: Elektronisch, breit, kompromisslos. Ähnlich entwickelt sich auch der Film, (minus den elektronischen Aspekt… obwohl…) der sich um ein Mädchen dreht, das nach einer abgeschotteten Kindheit allein im Wald mit ihrem Vater nun entscheidet, bereit zu sein für den bevorstehenden Kampf gegen eine etwas blass charakterisierte Cate Blanchett, die es mit dem Gesetz nicht so genau nimmt, obwohl sie dieses in gewisser Form zumindest vertreten sollte. So beginnt denn die Jagd auf das Mädchen und ihren Vater, die mit der US-amerikanischen Regierung gewisse Problemchen haben und deswegen, wie soll es auch anders sein, unter den Teppich gekehrt werden sollen, „wenn Sie verstehen was ich meine“.
Der Film ist scheinbar eine rein deutsche Produktion, ein Großteil der Handlung dreht sich um Deutschland bzw. findet dort statt – eine willkommene Überraschung, wenn doch auch Hollywood-Sternchen Eric Bana und Cate Blanchett die Leinwand verzieren, und das machen sie gekonnt. Doch die Hauptfigur, unsere titelgebende Hanna, verkörpert von der jungen, aufstrebenden Saoirse Ronan (ja, ich musste es nachschlagen) nimmt die Hauptzeit der Erzählung ein, und das zu Recht. Mit dieser Figur ist ein interessanter Charakter geschaffen worden, glaubwürdig genug, um die Suche nach den eigenen Wurzeln zu rechtfertigen und interessant zu gestalten. Es gibt auch gewisse pubertäre Abstecher in ihrer jugendlichen Entdeckungsreise, die aber recht schnell wieder unterbrochen werden, denn schließlich haben wir es ja mit einem spannenden Film zu tun und nicht einer Komödie.
Von der technischen Seite gibt es eigentlich kaum was zu bemängeln. Ein oder zwei Mal nahmen moderne Filmkrankheiten wie die Schnitteritis oder die Shakycameria zwar größere Ausmaße an, wurden aber zum Glück immer rechtzeitig zurückgepfiffen bevor es zu viel wurde.
Unterm Strich haben wir es hier mit einem interessant geschriebenen und gekonnt umgesetzten Thriller zu tun, der ziemlich keine Sekunde langweilt, zwar kaum Überraschungen bietet, aber immer reizvoll bleibt, in erster Linie wegen seiner interessanten Protagonistin und gerafften Erzählweise. Die Actionszenen sind zumeist glaubwürdig und wirken nie aufgesetzt.
Gesamtwertung 8 von 10. („War einen Kinobesuch sicherlich wert!“)