The Split Mind Blog

Die gierige Medienindustrie

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Gewinnmaximierung um jeden Preis, Geld scheffeln wo es nur geht – mit den möglichst aberwitzigen Argumenten. Ja, die Medienindustrie hat wirklich in Sachen kreativer Umsetzung ihrer Geldgier einen Sonderpreis verdient.

Aktuell wurden diese kreativen Ergüsse auf der Medienwoche breitgetreten, in einer Form, die an Peinlichkeit kaum zu überbieten gewesen wäre. Insbesondere das Fukushima-Zitat von Arndt ist extrem geschmacklos und dokumentiert die radikale Einstellung, die die Verantwortlichen gegenüber Content, Urheberrecht und Konsumenten pflegen. Frei nach dem Motto “Rechte? Pah! ZAHLT, Schafe, zahlt! Immer und immer wieder!”

Heuchlerisch ist allerdings das Zitat, “Good Bye, Lenin!” habe 3 Mio. Euro “Verlust” durch Kopien/Streaming/Illegale Beschaffung erwirtschaftet. Der Film war einer der erfolgreichsten neueren deutschen Filmproduktionen, alles andere als ein Verlustgeschäft. Sicherlich, wie es nicht selten der Fall ist, wurde hier buchhalterisch gerechnet: Der Film wurde x-tausend Mal heruntergeladen oder auf kino.to angeschaut, also haben wir so uns so viele Einnahmen “verloren”.

Liebe Industrie, wann geht euch das in den Kopf: Nein! Nur weil jemand sich eure Werke kostenlos anschaut, heißt es noch lange nicht, dass er auch dafür bezahlt hätte! Die Leute tun das einfach, weil sie es KÖNNEN, weil es einen Bedarf (hört hört, Markt-sprech!) an kostenlosen Inhalten gibt, der von der Industrie schändlicher Weise nicht gedeckt wird und deswegen das Feld von Portalen wie kino.to aufgegriffen wurde. Diese machten dann allerhand viel Geld, mit Inhalten, die nicht lizensiert oder sonst wie genehmigt waren – und das nur mit Werbung, und kein Zuschauer hatte einen Cent gezahlt!

Die Industrie hätte schon längst diesen Bedarf mit einem eigenen, legalen, werbefinanzierten Streaming-Portal decken können. Man stelle sich nur vor, kino.to hätte nicht vom BKA sondern vom Kunden offline genommen werden können, weil das legale Angebot ebenfalls kostenlos wäre UND sogar eine bessere Qualität geboten hätte! Ehrlicher Wettbewerb, man stelle es sich vor!

Äh…nein.

Wozu ehrlicher Wettbewerb, wozu sich anstrengen, wenn man…

  • …Mondpreise für digitale Inhalte (zB. Filme auf iTunes) verlangen kann
  • …Kunden kriminalisieren und abmahnen kann (lukrativer als zahlende Kunden!)
  • …dank “Urheberrechtsabgabe”, welche durch Lobbyismus eingerichtet wurde, Geld dafür bekommt, wenn ein anderer etwas verkauft
  • …an allen Ecken und Enden Kopierschutz, DRM, CI+ usw. anbringen kann, damit ja niemand mehr entkommt
  • …durch ständig wechselnde Formate (LP, CD, VHS, DVD, BD…) das gleiche Werk mehrfach abkassieren kann
  • …Remakes und Reboots von eigenen Werken erstellen kann, statt etwas neues zu erfinden, die wiederum obige Kette durchlaufen
  • …durch Netzsperren, Inhaltsfilter u.a. technische Maßnahmen Kunden Schafe zum Gehorsam erziehen und als Nebeneffekt für die Regierungen Weltregierung noch Überwachungsinstanzen aufbauen kann

Diese Liste ist nahezu endlos.
Genau aus diesem Grund muss man sich als mündiger Bürger und Kunde, so lange man das noch ist, wehren und dieser Unterdrückung durch “Maximalprofit mit möglichst wenig Aufwand” widerstehen.
Deswegen stimme ich ab – mit meinem Geldbeutel und bei jeder politischen Wahl, die sich mir bietet.

Geschrieben von Chris

7. September, 2011 um 12:07

Veröffentlicht in Externes

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